Die Geschichte unserer Nachbarschaft

Als sich im dreizehnten Jahrhundert in den Städten das Wesen der Innungen und Zünfte bildete, nahmen in Andernach die sogenannten Nachbarschaften ihren Anfang. Die in einem Bezirk wohnenden Bürger bildeten eine Art Genossenschaft, die sich untereinander mit Rat und Tat in Freud und Leid treu beistanden. Schließlich waren seinerzeit diese Nachbarschaften unter Anderem für die Ordnung in ihrem Bezirk zuständig.


Zu Beginn des Jahres 1925 gab es in der Andernacher Kernstadt elf Nachbarschaften. Dazu gehörte auch die alte Obere Kirchstraßen-Nachbarschaft. Diese Nachbarschaft umfasste das oberhalb / südlich des Mariendoms gelegene Wohngebiet der Kirchstraße sowie das Gebiet südlich außerhalb der Stadtmauer bis hinauf zum Burgerberg.
Waren es anfangs nur sehr wenige Wohngebäude, die außerhalb der Stadtmauer lagen, so wuchs die Anzahl der in diesem Bezirk wohnenden Nachbarn Ende des 19. Jahrhunderts stark an. Daher beschloss im Jahre 1925 die Obere Kirchstraßen-Nachbarschaft auf ihrem Geloog (am Fastnachtsonntag, den 22. Februar), das Gebiet östlich von Bismarckstraße und Kirchberg abzutrennen, wodurch zwei neue Nachbarschaften entstanden.
Infolge dieser Abtrennung wurde dann am 15. März 1925 die Sankt Martins-Nachbarschaft gegründet. Sie grenzt unmittelbar östlich an die Obere Kirchstraßen-Nachbarschaft an und erstreckte sich bis zur Aktienstraße sowie südlich bis zum Burgerberg. Im Jahre 1926 lebten im Bereich der Nachbarschaft 637 Personen. Davon waren 203 'Haushaltsvorstände' Mitglied der St. Martins-Nachbarschaft.


In den 1970er Jahren wuchs die Nachbarschaft durch die Erschließung eines neuen Baugebietes in Richtung B9. Um die Nachbarschaft überschaubar zu halten, wurde daher im Jahre 1983 das Gebiet südlich von Trevererweg bzw. der Einmündung der Vulkanstraße in die Roonstraße von der St. Martins-Nachbarschaft abgetrennt. In diesem südlich der St. Martins-Nachbarschaft gelegenen Gebiet entstand somit die Martinsberg-Nachbarschaft.